Es lebe der Sport!
Die gemeinsame politische Geschichte von Deutschland und Polen ist keine ganz einfache: Man denke nur an den Zweiten Weltkrieg und den vom deutschen Volk damals stark diskutierten Kniefall von Willy Brandt, der in aller Demut vor den Opfern der Gewalt zu Boden ging. Gut, dass es neben der Politik noch andere Möglichkeiten des Zusammentreffens gibt: Zum Beispiel das Fußballfeld. Die beteiligten europäischen Länder spielen auf Augenhöhe gegeneinander - bei der Europameisterschaft 2012 ist Polen gemeinsam mit der Ukraine das Austrägerland. Und das ist nicht selbstverständlich: Im Zweiten Weltkrieg war das Fußballspielen in Polen verboten. Kicken war ein Sport des Untergrunds. Am Donnerstag um 17.35 Uhr sprechen wir auf echoFM über die sportliche Beziehung von Polen und Deutschland.
Schon gewusst? Die Deutschen haben während des Zweiten Weltkriegs den Polen den Fußball verboten. Absurd, wenn man sich überlegt, dass heute auch mit die besten Spieler der Deutschen Nationalmannschaft polnischer Herkunft sind: Miroslav Klose zum Beispiel. Darüber muss gesprochen werden! Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin gibt es vom 29. bis 31. Mai ein Symposium zum Thema „Konflikt und Konkurrenz - Deutsch-polnische Beziehungsgeschichte im Fußball“. Wissenschaftler aus der Universität Freiburg sind dabei, aber wohl nicht jeder Interessierte wird von Südbaden aus die Reise in die Hauptstadt auf sich nehmen. Weil die sportliche Beziehung zwischen Polen und Deutschland besonders interessant ist, sprechen wir bei echoFM mit dem Sportwissenschaftler Professor Diethelm Blecking in unserer Sendung echoZENTRISCH vorab schonmal über das Thema. Denn Sport kann tatsächlich sehr viel mehr sein als bloße Unterhaltung für den geneigten Zuschauer - Sport verbindet Nationen und trennt sie, sorgt für Konkurrenz, Konflikte aber auch gemeinsame Euphorie-Momente. Das bietet nicht nur Zündstoff für Stammtischrunden, sondern sorgt auch für anregende Diskussionen in wissenschaftlichen Kreisen.

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